Architektonisch und oekologisch reizvoll
KREIS GROSS-GERAU - Für Landrat Thomas Will ist es die „Krönung der langjährigen Umbauarbeiten in Ober-Seemen": Gemeinsam mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung Groß-Gerau und Mitgliedern des Kreisausschusses verschaffte er sich jetzt einen ersten Eindruck vom neuen Hauptgebäude im Kinder- und Jugendferiendorf des Kreises. Nachdem im März mit dem 1. Bauabschnitt bereits die neuen Speiseräume in Betrieb gegangen waren, wurde dieser Tage nun auch der 2. Bauabschnitt abgeschlossen, mit den Räumen für Haustechnik und Personal, Lager, Werkstätten und auch weiteren Tagungsräumen.
Ein architektonisch wie ökologisch gleichermaßen reizvolles Bauwerk sei hier entstanden, lobte der Landrat die Planer und Architekten. Weil das Gebäude im Vergleich mit dem Altbau im Grundriss gedreht wurde, gibt es jetzt vor allem vom Speisesaal und von der neuen Terrasse aus einen wunderschönen Blick über Wiesen und Wälder bis hin nach Frankfurt: „Für mich ist allein diese Aussicht schon Erholung pur!" Freilich sei dies keineswegs der Hauptgrund für die Modernisierung des Feriendorfs gewesen, bei der in den vergangenen Jahren bereits die Unterkunftshäuser und der Sanitätstrakt von Grund auf erneuert worden waren: „Wir wollen Kindern und Jugendlichen aus unserem Kreis preiswerte Freien und Freizeiten in ruhiger Umgebung und guter Luft, aber eben auch in zeitgemäßen Räumlichkeiten ermöglichen."
Dafür wurden in den letzten Jahren rund 4 Millionen Euro aufgewendet, davon alleine 2,3 Millionen für das neue Hauptgebäude, die wiederum mit rund 2 Millionen aus dem Investitionsprogramm des Landes bezuschusst wurden. Eine Ausgabe, die ganz offensichtlich schon erste Früchte trägt: So sind die Belegungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um ein gutes Viertel angestiegen, und auch für 2012 gibt es schon ungewöhnlich viele Buchungen.
Damit kommt auch auf die vor Ort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer mehr Arbeit zu. Und so galt der Dank des Landrats denn neben den beteiligten Fachbereichen der Kreisverwaltung insbesondere Wirtschaftsleiterin Ilona Rehak, Hausmeister Klaus-Peter Schmiade und ihren Kolleginnen und Kollegen: „Sie haben die Zeit der Bauarbeiten mit all ihren Widrigkeiten gut durchgestanden und es vor allem geschafft, in schwierigen Zeiten den gewohnt hohen Qualitätsstandard zu halten. Herzlichen Dank für Ihr Engagement und für Ihre Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen!"
Architekt Gerold Hirth aus Schotten wies noch einmal auf die baulichen Besonderheiten hin. Das neue Hauptgebäude mit 4.850 Kubikmetern umbautem Raum ist nicht nur als Passivhaus konzipiert, sondern auch mit möglichst ökologischen Materialien gebaut worden: Dazu gehören unter anderem eine Fassade aus unbehandeltem Lärchenholz, dreifach verglaste Holzfenster und eine Zellulose-Dämmung. Mit den insgesamt drei neuen Tagungsräumen im Obergeschoss entspreche das Haus nunmehr den veränderten Anforderungen vieler Nutzergruppen.
Im Frühjahr sollen die notwendigen Außenarbeiten rund um das Hauptgebäude abgeschlossen sein. Aber auch danach wird sich das seit 54 Jahren bestehende Feriendorf weiter verändern: Wie Elke Draxler, die Leiterin der Kreisjugendförderung, den Gästen berichtete, soll das weitläufige Außengelände neu gestaltet, mit mehr Sitzmöglichkeiten versehen werden und noch mehr Anreize für Bewegung bieten. Die Nutzergruppen sollen dabei eng in die Planungen einbezogen werden. Eines wird sich dabei aber bestimmt nicht verändern: „Die Kids werden hier weiterhin frei im Gelände herumlaufen können" - und das ist schließlich seit Jahrzehnten ein „Markenzeichen" des Feriendorfs!

