Kreis Gross-Gerau gegen Vollsperrung der L 3012 vor Trebur

05.10.2011

KREIS GROSS-GERAU - Gegen die vom Amt für Straßenwesen (ASV) in Darmstadt angekündigte neunmonatige komplette Sperrung der Landestraße 3012 zwischen Trebur und Geinsheim im Zuge der Sanierung der Brücken über den Schwarzbach und den Landgraben am südlichen Ortsrand von Trebur haben Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer in einem Brief an Verkehrsminister Posch größte Bedenken geäußert. Sie befürchten erhebliche Verkehrsstörungen in Groß-Gerau und in den umliegenden Gemeinden und fordern den Minister als vorgesetzte Behörde des mit den Straßenbauarbeiten befassten Amtes für Straßenverwaltung auf, die vorgesehene Sperrung noch einmal zu überdenken und intelligente Alternativen suchen.

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Will und Astheimer monieren, dass sich das ASV bei der Planung der Sanierungsmaßnahmen mit der Vollsperrung eindeutig für die für das Land Hessen kostengünstigste Variante entschieden habe. Zugleich seien die neu generierten Belastungen für die Bevölkerung, hier vor allem für die Verkehrsteilnehmer, die Gewerbetreibenden und die Anwohner der Ortsdurchfahrt Wallerstädten, komplett ignoriert worden. Dort sei es bereits jetzt in Spitzenverkehrszeiten unerträglich laut.

Neben den Problemen in der engen Ortsdurchfahrt von Wallerstädten befürchten die beiden Kreispolitiker aber auch erhebliche Schwierigkeiten an der Einmündung der Straße von Wallerstädten (L 3012) in die L 3094 an der Araltankstelle vor den Toren Groß-Geraus. Dieser Knoten sei bereits jetzt in Spitzenzeiten aus allen Richtungen sehr stark be- bzw. überlastet. Bei noch mehr Fahrzeugen werde der Verkehr in allen Richtungen kollabieren, wobei vor allem der Berufs-, Bus- und Schülerverkehr betroffen sei.

Um den Schülerverkehr sorgen sich die beiden Kreispolitiker aber auch in Richtung Trebur. So sei völlig ungeklärt, wie Schüler aus Geinsheim und Wallerstädten während der Bauzeit in die Mittelpunktschule Trebur gelangen können und wie in umgekehrter Richtung der Schulstandort Groß-Gerau von Trebur, Geinsheim und Wallerstädten aus pünktlich erreicht werden soll, wenn die Busse an der Araltankstelle im Stau stehen. Der Kreis fragt an dieser Stelle auch nach der Übernahme der Kosten für umfangreiche Umplanungen und Zusatzbuslinien, die voraussichtlich im sechsstelligen Bereich liegen werden.

In dem Brief an den Minister wird außerdem auf Mehrkosten und Zeitverluste, ausgelöst durch unkalkulierbare Umwege, für die örtlichen Wirtschaftsunternehmen hingewiesen. Die Erreichbarkeit vieler Betriebe sei für einen längeren Zeitraum extrem eingeschränkt und könne manches Unternehmen schnell in den Ruin treiben.

Nach Meinung von Will und Astheimer hat das ASV bei der Anordnung der Vollsperrung komplett den volkswirtschaftlichen Schaden und die Nachteile für Dritte ignoriert. Dabei seien längst nicht alle Möglichkeiten ausgelotet worden, um „eine für die Verkehrsteilnehmer, Gewerbetreibenden und die Anwohner der Ortsdurchfahrt Wallerstädten verträglichere Abwicklung" zu finden.

In der Tat gebe es nämlich durchaus Alternativen zur Vollsperrung: Will und Astheimer denken hier vor allem an eine temporäre Behelfsbrücke über den Landgraben östlich der bestehenden. Diese könne so angelegt werden, dass die Belange des Naturschutzes nicht über Gebühr belastet werden. Oder man baue die neue Brücke direkt neben der bestehenden und verschwenke dann die Trasse um wenige Meter.  Der Neubau der Brücke über den Schwarzbach könne zudem warten, bis die Ortsumgehung Trebur fertiggestellt ist - so sie denn dann überhaupt benötigt werde bzw. ob sie dann noch auf Lkw-Belastung ausgelegt werden müsse.  Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein Neubau der Schwarzbachbrücke auf jeden Fall Verschwendung von Steuergeld.

Für den Fall, dass sich das ASV nicht von dem geplanten verkehrspolitischen Monstrum abbringen lasse, regen Will und Astheimer an, vor Beginn der Sperrung wenigstens den Knotenpunkt an der Araltankstelle vor Groß-Gerau so umzubauen, dass z.B. durch eine weitere Abbiegespur das zusätzliche Verkehrsaufkommen besser abgewickelt werden kann. Auf keinen Fall dürfe sich die Aral-Kreuzung zu einem notorischen Stauzentrum entwickeln, von dem man fortan regelmäßig in den Verkehrsnachrichten hören werde.

Ausdruck von: Kreis  Gross-Gerau gegen Vollsperrung der L 3012 vor Trebur

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