Netzwerk gegen multiresistente Erreger
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KREIS GROSS-GERAU - Mit einer Auftaktveranstaltung im Darmstadt-Dieburger Kreistagssitzungssaal am vergangenen Mittwoch (15.2.) hat sich das MultiResistenteErreger (MRE)-Netzwerk Südhessen gegründet. Multiresistente Erreger sind Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika wirkungslos sind. Vor allem in der stationären Patientenpflege aber auch im ambulanten Bereich verursachen sie Infektionen, die nur schwer zu behandeln sind. Sie haben sich in den letzten Jahren zu einem enormen Problem entwickelt. Nach Einschätzung der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) sind MRE die bedeutendste Krankheitsbedrohung in Europa. Die Rate der Infektionen mit diesen Keimen ist hoch und hat in den letzten Jahren teilweise rasant zugenommen. Jährlich erwerben ca. 3 Millionen Menschen in Europa eine Krankenhausinfektion mit etwa 50.000 Toten.
Der Einladung von Darmstadt-Dieburgs Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück, die derzeit Verbandsvorsitzende des Gesundheitsamtes für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg ist, zur Gründung des MRE-Netzwerkes waren Darmstadts Bürgermeister Rafael Reißer, Landrat Dietrich Kübler, Odenwaldkreis, der Beigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Gerald Kummer, und der Kreisbeigeordnete des Kreises Bergstraße, Mathias Schimpf, gefolgt. Als Gründungsmitglieder nahmen Vertreter der Gesundheitsämter, Kliniken und Rettungsdienste aus Südhessen teil. In dem Netzwerk schließen sich Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung aus den beteiligten Landkreisen und der Stadt zusammen. Künftig sollen auch Arztpraxen, Akutkliniken, ambulante OP-Zentren, Medizinische Versorgungszentren, Rehabilitationskliniken, Rettungsdienste, Dialyseeinrichtungen, Altenpflegeheime, ambulante Pflegedienste, Krankentransporte und Labore in dem Netzwerk mitarbeiten.
"Mit der Gründung des MRE-Netzwerkes Südhessen soll verhindert werden, dass Erkrankungen mit MRE sich in Südhessen weiter ausbreiten", betonte Jürgen Krahn, zuständig für Infektionen und Hygiene beim Gesundheitsamt Darmstadt und Darmstadt-Dieburg. Gleichzeitig sollen Neuerkrankungen verhindert werden. Die Behandlung von MRE-Erkrankten soll verbessert und konsequent umgesetzt werden, auch wenn Patienten die Einrichtung wechseln. Nicht zuletzt gehört die Information der Bevölkerung über die Thematik zu den zentralen Aufgaben des MRE-Netzwerkes Südhessen. "Austausch und Information auch unter den Fachleuten ist ein zentraler Punkt", betonte Dr. Martin Thieves vom Klinikum Darmstadt, das werde durch das Netzwerk Südhessen ermöglicht.
"Ich sehe eine große Notwendigkeit darin, zum Schutz der Menschen im südhessischen Raum in dieser wichtigen Gesundheitsfrage zusammen zu arbeiten. Denn Krankheitserreger machen nicht an den Grenzen von Landkreisen und Städten Halt", so die Darmstadt-Dieburger Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Gerald Kummer, Beigeordneter und Gesundheitsdezernent des Kreises Groß-Gerau, begrüßte die Mitwirkung sowohl des GPR-Klinikums Rüsselsheim als auch der Kreisklinik Groß-Gerau am neuen Netzwerk: "Die beiden Akutkliniken im Kreis Groß-Gerau nehmen das Problem ernst und unternehmen gemeinsame Anstrengungen, eine Weiterverbreitung der der Erreger zu verhindern. Die Patientinnen und Patienten im Kreis Groß-Gerau können so sicher sein, dass sie bei uns bestmögliche Behandlungsvoraussetzungen vorfinden."
Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung in Südhessen können kostenlos Mitglied in dem MRE-Netzwerk Südhessen werden. Ansprechpartner sind die örtlichen Gesundheitsämter, die das Netzwerk koordinieren.


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