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Emissionsfreier ÖPNV im Kreis Groß-Gerau ab 2030?

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KREIS GROSS-GERAU – Im Kreis Groß-Gerau soll es, so das erklärte Ziel, bis zum Jahr 2030 vorbildmäßig einen möglichst emissionsfreien Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geben. Mitglieder des Lokalen Fahrgastbeirats des Kreises Groß-Gerau hörten dazu in ihrer jüngsten Sitzung einen informativen Vortrag von Christian Sommer, Geschäftsführer der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Kreis Groß-Gerau (LNVG). Geleitet wurde das Treffen von Stefan Leimbach vom Fachdienst Regionalentwicklung und Mobilität der Kreisverwaltung Groß-Gerau.

Um einen Masterplan zu entwickeln, der unter Beachtung technischer, betrieblicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen die Voraussetzungen für eine sukzessive Emissionsreduktion schafft, hat die LNVG ein Gutachterkonsortium aus TÜV Rheinland und der Firma Emcel beauftragt, sagte Christian Sommer. Aufgabe ist es, die derzeit vorhandenen Antriebstechnologien bezüglich ihrer Eignung für das Liniennetz im Kreisgebiet zu vergleichen und hinsichtlich ihrer Klimafaktoren und den zu erwartenden wirtschaftlichen/finanziellen Auswirkungen eine Bewertung zu erstellen. Die Ergebnisse bilden die Basis für politische Entscheidungen, die bis Ende dieses Jahres fallen sollen, damit dann die Busflotte im LNVG-Zuständigkeitsbereich ab 2020/21 Schritt für Schritt umgestellt werden kann. Dabei ist auch ein Mix von verschiedenen Technologien denkbar, die im ÖPNV zum Einsatz kommen.

Die Technologieübersicht enthält Daten zum Betrieb, zum gegebenenfalls nötigen Aufwand für die Infrastruktur und zu den anfallenden Emissionen. In diesem Zusammenhang berichtete Christian Sommer auch über mit (Bio-)Gas betriebene Busse und Diesel-Hybrid-Busse. Als geeignete Technologien, die der Zielsetzung eines möglichst emissionsfreien ÖPNV entsprechen, gelten aber nur Elektrobusse (Batteriebusse als sogenannte Volllader oder Teillader) und mit Brennstoffzellen betriebene Busse.

Der Referent machte deutlich, wie vielschichtig die Angelegenheit ist. Ist doch nicht nur die Reichweite der Fahrzeuge zu bedenken (Stichwort Streckenumlauf), sondern auch der Bedarf an den jeweiligen Tankstellen (zum Beispiel Gas, Wasserstoff oder Strom), es geht um die Lade-/Standzeiten von E-Bussen, klimatische Bedingungen, die Fortbildung von Werkstattpersonal und vieles mehr. Auch müssen die künftigen Zuständigkeiten zwischen LNVG und Verkehrsunternehmen geklärt, Förderrichtlinien berücksichtigt und die Kooperation mit Dritten (Stichwort Energiebeschaffung und -bereitstellung) geregelt werden. Insgesamt eine „sehr spannende Angelegenheit“, wie Christian Sommer sagte.

Aktuell wird in den Gremien der LNVG und der Riedwerke über den Stand der Untersuchung informiert. Im Sommer sollen sich die zusammengetragenen Infos zu einem tragfähigen Betriebsmodell verdichten und ab Oktober in den politischen Gremien des Kreises diskutiert werden.

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