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Kreis Groß-Gerau erarbeitet Konzept zur nachhaltigen Beschaffung

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Nicht nur Papier mit dem „Blauen Engel“

KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau will künftig noch stärker darauf achten, dass bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen soziale Standards eingehalten werden. Auch Papier und Büromaterialien beispielsweise für die Beschäftigten der Kreisverwaltung sollen ökologisch produziert sein. „Nachhaltige Beschaffung meint, dass wir beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen die Folgekosten für die Umwelt berücksichtigen“, erklärt Dr. Marta Wachowiak, die im Kreis Groß-Gerau die kommunale Entwicklungspolitik koordiniert. Vor wenigen Tagen erst hat sich der Kreistag in einem Beschluss der Resolution „2030 – Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Deutschen Städtetags angeschlossen. Der Kreis unterstützt damit nicht nur die Ziele der von der Staatengemeinschaft 2015 verabschiedeten „Agenda 2030“, der Kreistag hat zugleich den Kreisausschuss beauftragt, als ersten Schritt ein Konzept zur nachhaltigen Beschaffung zu erarbeiten und dem Kreistag zur Beschlussfassung vorzulegen. „An dem Thema sind wir seit längerem dran“, betont Wachowiak.

„Zu häufig wird etwa bei der Materialbeschaffung nur der Einkaufspreis als Kriterium herangezogen, und die Kosten, die während des Gebrauchs anfallen, wie Betriebskosten, Wartung oder Entsorgungskosten am Ende des Lebenszyklus, fallen unter den Tisch“, so Wachowiak. „Im Kreis wird nur Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen Blauer Engel benutzt.“ Nicht nur: Nachhaltige Beschaffung war Thema einer Schulung, an der kürzlich 15 Teilnehmende aus der Kreiskommunen und dem Kreisverwaltung teilgenommen haben.

Marta Wachowiak hatte den Workshop organisiert. „Der Referent aus der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung im Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern hat viele praktische Beispiele gezeigt,  wie enkeltaugliche Beschaffung in einer öffentlichen Verwaltung gelingen kann“, so Wachowiak. Da wurden Grundlagen und Begriffe, rechtliche Rahmenbedingungen erörtert. Später ging es um „Büromaterialien“, „Mobilitätsmanagement“, „Lebensmittel/Catering“ oder „Büromöbel / Holzprodukte“.

Ingo Kalweit, Bürgermeister der Gemeinde Bischofsheim, nahm an dem ersten Teil der Schulung teil und stellte fest: „Der Workshop hat gezeigt, wie vielfältig das Thema ist. Schon kleine Kniffe zeigen große Wirkung. Eine Vernetzung und ein Austausch mit den Kommunen im Kreis ist wichtig, weil wir beim Thema Nachhaltigkeit doch alle an einem Strang ziehen sollten.“

Für das kommende Jahr möchte Wilfried Büdinger, der Leiter des Kommunalen Vergabezentrums beim Kreis Groß-Gerau, für die Kommunen im Kreis einen Workshop zum Thema „Mobilitätsmanagement / Elektromobilität“  anbieten. „Ich freue mich sehr, dass bei uns dieser Prozess in Gang kommt“, sagte Landrat Thomas Will. „Als zertifizierter Fairtrade-Kreis möchten wir ein Bewusstsein für die ökologischen und ökonomischen Fragen schaffen – in und außerhalb der Kreisverwaltung.“

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