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Temporär geänderte Öffnungszeiten der Kfz-Zulassungsstelle

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Interimslösung für 4 Wochen

KREIS GROSS-GERAU – Ab Montag, 23. Juli, gelten in der Zulassungsstelle des Kreises Groß-Gerau geänderte Öffnungszeiten. Die Neuregelung ist als Übergang  für die kommenden vier Wochen gültig und ist Teil eines Maßnahmenpakets, um die Zulassung für die Zukunft auf neue Füße zu stellen. Das hat Landrat Thomas Will bekanntgegeben. „Der personelle Engpass, der durch die Urlaubszeit und eine Reihe unvorhersehbarer Krankheitsfälle entstanden ist, hat zur vorübergehenden Schließung in Groß-Gerau, zum Teil zu langen Wartezeiten und zu großer Unzufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden geführt.

Die Bürgerinnen und Bürger wurden nicht so bedient, wie sie - und wie vor allem wir - das möchten“, sagte der Landrat bei einem Pressegespräch. Um die „äußerst schwierige Situation“ trotz weiterhin bestehender Personalausfälle für alle Beteiligten zu verbessern, haben ab Montag die beiden Zulassungsstandorte Groß-Gerau (im Landratsamt, Wilhelm-Seipp-Straße 4) und Rüsselsheim (Hans-Sachs-Straße 96) nur im Wechsel geöffnet:

  • Montag von 8 bis 12 Uhr in Rüsselsheim
  • Dienstag von 7 bis 12 Uhr in Groß-Gerau
  • Mittwoch von 8 bis 17 Uhr in Groß-Gerau
  • Donnerstag 8 bis 17 Uhr in Rüsselsheim und
  • Freitag 8 bis 12 Uhr in Rüsselsheim.

Auch wenn es innerhalb der Groß-Gerauer Kreisverwaltung große Hilfsbereitschaft von Kolleginnen und Kollegen gegeben habe, „hilft das nicht grundlegend“. Der gewohnte Service ist mit Aushilfskräften nicht zu leisten, zumal das Zulassungsgeschäft nicht nur aus rasch zu bearbeitenden Standardfällen besteht. Wenn von 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Zulassung gerade noch elf, zwölf da sind, lässt sich die Öffnung an zwei Standorten parallel nicht aufrechterhalten. „Das im Moment verbliebene Stammpersonal ist - und das hat wahrlich nichts mit mangelnder Motivation zu tun - an der Leistungsgrenze angelangt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können sich nicht zerteilen. Es ist außerdem zu bedenken, dass die Arbeit noch längst nicht zu Ende ist, wenn der Schalter schließt“, sagt Landrat Will, der sich in beiden Zulassungsstellen persönlich informiert hat und auf seine Fürsorgepflicht verweist. Darum wurde nun der genannte Zwischenplan für die kommenden Wochen erstellt.

Danach sollen wieder die üblichen Öffnungszeiten gelten. Und auch während der Interimslösung sind Führerscheinstelle sowie Ordnungsbehörde wie sonst immer geöffnet.

Parallel zum beschriebenen Plan sind bereits weitere Maßnahmen in die Wege geleitet, um das jetzt offensichtlich gewordene Problem ein für alle Mal zu beheben. „Wir haben drei neue Stellen für die Zulassung ausgeschrieben; bis das Bewerbungsverfahren gelaufen ist und die Neuen eingearbeitet sind, vergehen aber ein paar Monate“, sagte der Landrat. Daher können nach Einwilligung des Personalrats für ein halbes Jahr rasch drei Leute über eine Zeitarbeitsfirma für die Zulassung akquiriert werden. In Rüsselsheim kommen, was seit Längerem geplant war, ohnehin drei neue Teilzeitkräfte hinzu, so dass die Situation sich bald verbessert.

Aber der Landrat möchte auf keinen Fall, dass noch einmal ein solcher Engpass entstehen kann. „Deshalb geben wir jetzt eine Organisations-Untersuchung in Auftrag“, so Thomas Will. Dabei sei es auf jeden Fall keine Option, einen der beiden Zulassungs-Standorte im Kreis zu schließen. Aber es gibt andere Ideen, die bei der Untersuchung überprüft werden sollen. Zum Beispiel die Möglichkeiten, der Online-Zulassung, für die derzeit eine bundesgesetzliche Regelung in Arbeit ist, wie Fachbereichsleiter Michael Weingärtner sagte. Oder die aufsuchende Zulassung, bei der Mitarbeiter/innen nach Terminabsprache zu Autohändlern gehen. Ebenfalls überprüft werden soll, ob ein Dienstleistungssamstag sinnvoll wäre. Andere Landkreise könnten mit ihrer Struktur als Vorbild dienen.

„Bei allen Veränderungen werden wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa in Workshops, mitnehmen“, sicherte Landrat Will zu. Außerdem werde jetzt schon mitbedacht, was etwaige Veränderungen für den Kreishaushalt 2019 bedeuten würden.

Was jetzt bereits feststeht ist, dass die Zulassungsstelle in Rüsselsheim innerhalb der nächsten Monate umziehen wird, um den Service zu verbessern. „Das kreiseigene Gebäude in der Hans-Sachs-Straße ist einfach nicht mehr zeitgemäß und wenig kundenfreundlich – sei es, was Platz, Energiestandards, sanitäre Anlagen oder auch Datenschutz angeht. Unser Gebäudemanagement wird daher eine passende neue Immobilie in Rüsselsheim suchen, in die wir als Mieter möglichst schnell einziehen können“, kündigte Thomas Will an.

Der Landrat gestand in dem Gespräch mit Pressevertreterinnen ein, in der Vergangenheit nicht genau genug auf die Zulassungsstelle des Kreises geschaut zu haben. „Das ärgert mich selbst am meisten. Denn der Dienstleistungsgedanke steht hier in unserem Haus überall obenan. Die Kreisverwaltung ist in der Regel bürgernah, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind kompetent und hilfsbereit. Das soll uneingeschränkt auch wieder für unser Aushängeschild Zulassungsstelle gelten.“

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